Die Chronik der Kulmbacher Bank eG

Herkunft mit Zukunft - 1865 bis 2015

Herzlichen Dank an:

Günter Amschler

Die Entscheidung über die Erstellung einer Chronik zu treffen ist eine Sache – die Umsetzung eine andere.

Monatelange Recherchen und das Sichten von Material in den Archiven unserer Bank, das Aufzeigen und Darstellen von Zusammenhängen und Entwicklungen und schließlich das Ordnen und die akribische und strukturierte Dokumentation der Ergebnisse – eine ungeheure Leistung!

Wir sind froh und dankbar, dass wir mit unserem ehemaligen Kollegen Günter Amschler, Bankdirektor i. R., einen Fachmann gewinnen konnten, der sich mit Herzblut und viel Liebe zum Detail dieser Aufgabe angenommen hat. Nur durch seinen Einsatz und sein Engagement ist es gelungen, die Chronik über 150 Jahre Kulmbacher Bank Wirklichkeit werden zu lassen. So ist ein unterhaltsames und spannendes zeitgeschichtliches Werk entstanden.

Wir danken unserem ehemaligen Kollegen Günter Amschler sehr herzlich für sein überragendes Engagement. Ohne ihn wäre die Chronik nur eine „Idee“ geblieben.

Ein herzlicher Dank auch an Frau Erika Amschler, die ihren Mann für einige Monate seltener zu sehen bekam.

 

Inhaltsübersicht der Chronik

Die Entwicklung Kulmbachs

Erstmals erwähnt vor 980 Jahren, erste Siedlungen vor etwa 1.100 Jahren: Kulmbach ist eine Stadt mit weit zurückreichender Geschichte. Das beeindruckende Wahrzeichen ist die Plassenburg, weltweit berühmt ist das Kulmbacher Bier. Im Schatten der Burg erlebte die Stadt über die Jahrhunderte Frieden und Krieg, Blüte und Niedergang. Heute ist Kulmbach eine gemütliche Kleinstadt mit großem Reichtum an Gewerbe, Handel und Dienstleistung. Mittendrin: die Kulmbacher Bank. Sie ist seit ihrer Gründung 1865 fest in der Region verwurzelt und eng mit den Menschen in Stadt und Landkreis Kulmbach verbunden.

 

Genossenschaften als Produkt ihrer Zeit

Ausgehend von den bahnbrechenden Erfindungen Dampfmaschine, Spinnmaschine und mechanischer Webstuhl am Ende des 18. Jahrhunderts in England, zieht die industrielle Revolution ab Mitte des 19. Jahrhunderts über Europa. Das Handwerk wird verdrängt, Fabriken entstehen. Kapitalgesellschaften und Großbanken werden gegründet. Die Agrargesellschaft wird zur Industriegesellschaft. Hatten 1830 noch vier Fünftel der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft verdient, sind es 1880 nur noch etwa die Hälfte der Menschen. Damit einher gehen gravierende gesellschaftliche Veränderungen. Die Arbeiterbewegung entsteht. Aber auch die ersten Genossenschaften, und die Gründerväter Herrmann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen machen erstmals von sich reden.

 

Die Gründungsjahre 1865-1871

Eine ausgefeilte Geschäftsidee, entsprechende Erfahrung, das nötige Know-how, dazu Maschinen, Fahrzeuge, Material und Kapital. Mit dieser Grundausstattung gehen heute Unternehmer an den Start. Die Gründer unserer Bank haben nichts von alledem. Selbst der Ausdruck „Geschäftsidee“ geht für die Gründer des Gewerbe- und Vorschussvereins in Kulmbach am Kern der Sache vorbei. Denn nicht die Hoffnung auf gute Geschäfte steht im Vordergrund sondern der Selbsthilfegedanke – getragen von 32 Kulmbacher Bürgern.

 

Gründerboom und soziale Verwerfungen 1872-1889

Aus dem bunten Flickenteppich – 25 Einzelstaaten mit unterschiedlichen Gesetzen, Währungen, Maßeinheiten und 33 Notenbanken – wird nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/ 71 ein Land. Am 18. Januar 1871 wird der Preußenkönig Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser gekrönt, Reichskanzler wird Otto von Bismarck. Er bekämpft zeitlebens die Sozialdemokratie und die Arbeiterbewegung, schafft aber die Vorläufer unserer heutigen Sozialgesetzgebung. Es ist der Beginn einer lang anhaltenden Friedensperiode, die einhergeht mit stürmischem Wirtschaftswachstum, bahnbrechenden Erfindungen und überragenden Leistungen in Kunst und Kultur.

 

Glanz und Gloria im Kaiserreich 1890-1914

Nach Jahren wirtschaftlicher Erfolge und relativer Stabilität wird das Deutsche Reich unter Wilhelm II. zum militaristischen Obrigkeitsstaat. Während in der Kunst die Moderne Einzug hält, verharrt Wilhelm II. in spätabsolutistischer Pose. Die Soziale Frage wird wieder nicht gelöst, alte und neue Machteliten haben großen Einfluss auf einen sprunghaften Kaiser. Imperialismus, Ungeschick und Aufrüstung treiben das Reich außenpolitisch in die Isolation. Als der Österreichische Thronfolger in Sarajevo bei einem Attentat ums Leben kommt, bricht nahezu Kriegsbegeisterung aus – nicht nur bei den Deutschen. Alle europäischen Mächte stürzen sich in den Ersten Weltkrieg.

 

Der Erste Weltkrieg 1914-1918

Der Hurra-Patriotismus der Deutschen weicht sehr bald dem Grauen vor der menschenverachtenden Materialschlacht im Stellungskrieg. Als die USA in den Krieg eintreten und überdies Russland nach der Oktober-Revolution politisch und militärisch zusammenbricht, kommt die Wende. Im Inland sorgt ein Matrosenaufstand in Kiel für Revolutionsstimmung: Arbeiter- und Soldatenräte werden überall gebildet. Und die Deutschen jagen ihre letzten Monarchen vom Thron: Am 7. November 1918 werden die Wittelsbacher in München gestürzt, am 9. November 1918 muss der Kaiser abdanken, es wird die Republik ausgerufen.

 

Turbulente Nachkriegsjahre 1919-1924

Der erste Weltkrieg hat verheerende Folgen: Er wird in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Weltmeeren geführt, 40 Staaten sind beteiligt. Historiker gehen von 17 Millionen Opfern aus. Statt Glanz und Gloria herrschen in Deutschland nun Elend und Not. Den Menschen fehlt es buchstäblich an allem. Der Neuanfang ist ein gewagter: als erste echte deutsche Demokratie – schlicht weil sich die Siegermächte weigern, mit dem alten Kaiser-Deutschland zu verhandeln. Doch „Dolchstoßlegende“ und „Versailler Diktat“ verderben den Start der Weimarer Republik. Sie muss gleich zu Beginn ihrer nur kurzen Existenz Aufstände, Putschversuche und schwere Krisen wie die Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich überwinden.

 

Die Goldenen Zwanziger 1924-1929

Das „Wunder von Weimar“ geschieht, als die fast wertlosen Papiergeldmengen durch die Währungsreform im November 1923 schließlich von der stabilen Rentenmark abgelöst werden. Der Umtauschkurs liegt bei eins zu einer Billion, ein Dollar ist 4,20 Rentenmark wert. Damit hat die Rentenmark – was den Umtauschkurs betrifft – exakt wieder den Wert der alten Goldmark von 1914.1 Mit der Währungsreform und dem Ende der Ruhr-Krise beginnt eine zweite Phase der Weimarer Republik, die wirtschaftliche Erholung und weitgehende politische Stabilität bringt. Deutschland ist wieder Teil der internationalen Gemeinschaft, gekennzeichnet durch die Aufnahme in den Völkerbund, die Aussöhnung mit Frankreich geht voran. Nur im Parlament herrscht immer noch Instabilität. 2

 

Die letzten Jahre der Weimarer Republik 1929-1933

Drastische Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, rasant steigende Arbeitslosenzahlen, Auflösung der ohnehin schwachen demokratischen Fundamente, zunehmende Radikalisierung bei den Enttäuschten, Erstarken der Rechten – diese Entwicklungen kennzeichnen die späten zwanziger und frühen dreißiger Jahre in Deutschland. Es fehlt eine starke Regierung mit stabilen Mehrheiten, um diese schwierige Situation zu bewältigen. Das Ende der demokratischen Weimarer Republik bedeutet gleichzeitig den Anfang von Terror und Verbrechen.

 

Das Nazi-Regime 1933-1939

Das präsidiale Regierungssystem der Weimarer Republik weicht einer Diktatur. Nach der Machtergreifung regiert Hitler zunächst mit Notverordnungen, nach der Verabschiedung des Ermächtigungsgesetzes am 24. März 1933 ist der Weg zum totalitären Staat endgültig geebnet. Es beginnt der Terror gegen Menschen jüdischen Glaubens, die bis eben noch angesehene Mitglieder der Gesellschaft gewesen waren – wichtige Künstler oder Politiker – aber auch gegen Sozialisten, Pfarrer, Sinti und Roma, kurz: gegen jeden, der nicht in die Rassenideologie und den Totalitarismus der Nazis passt. Die SS wird zur Mörder-Truppe des Staats gegen die eigenen Bürger. Das strikte Führerprinzip, nach dem die NSDAP organisiert ist, wird auch Vereinen, Unternehmen, Medien, Banken und allen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens übergestülpt. Parteien und Gewerkschaften werden zerschlagen.

 

Der Zweite Weltkrieg 1939-1945

Seit 1933 werden die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft auf Krieg getrimmt. 1939 beginnt er dann – mit dem Überfall auf Polen am 31. August. Am 8. Mai 1945 kapituliert das zerbombte Nazideutschland. 53 Millionen Menschenleben hat dieser Krieg gekostet. Das Ergebnis ist unermessliches menschliches Leid. Der noch so junge deutsche Nationalstaat ist zerstört, die Gebiete östlich von Oder und Neiße werden abgetrennt, die Sieger richten Besatzungszonen ein. Die Wirtschaft liegt am Boden, das Ansehen Deutschlands ist auf Jahrzehnte verloren.

Stunde Null und Neuanfang 1945-1949

1945 markiert die „Stunde Null“, den Zusammenbruch Deutschlands. Moralisch und materiell stehen die Deutschen vor dem Nichts. Die Ideologie der Nationalsozialisten und ihr System haben sich als verbrecherisch erwiesen, deutsche Werte wie Nation, Autorität, Fleiß und Ordnung geben keine Orientierung mehr, haben die Nazis sie doch pervertiert. Häuser und Straßen, Stromversorgung und Eisenbahn, Landwirtschaft und Industrieproduktion, Handwerk und Handel – alles ist zerstört. Es geht ums nackte Überleben. Und um den Weg zurück in die Gemeinschaft demokratischer Staaten in Europa als Bundesrepublik Deutschland.

Die Adenauer-Zeit 1949-1960

Wohlstand, Wirtschaftswachstum und Wiederaufbau sind die dominierenden Themen der 50er und 60er Jahre in Westdeutschland. Die Schuld an den Judenmorden hat die Bundesrepublik zwar anerkannt, ansonsten wird die Nazi-Zeit aber weitgehend verdrängt. Das Bruttosozialprodukt wächst außergewöhnlich schnell. Die Integration tausender Kriegsheimkehrer und Flüchtlinge gilt heute als außerordentlich geglückt. Mit aller Macht strebt die junge Bundesrepublik unter Adenauer ins westliche Lager, die DDR baut im August 1961 eine Mauer: Die deutsche Zweistaatlichkeit wird zementiert. Es beginnt der Kalte Krieg.

 

Jahre des Wandels 1961-1971

Der Mauerbau hat klar gemacht, dass es eine schnelle Wiedervereinigung nicht geben würde. So haben sich die Bürger beider deutscher Staaten ab 1961 in ihren Systemen eingerichtet und sich auseinander entwickelt. Das folgende Jahrzehnt bringt den Aufbruch verkrusteter Strukturen, die lange fällige Auseinandersetzung mit der faschistischen Vergangenheit und damit Unruhe in die Wirtschaftswunderbeschaulichkeit des Westens. Die konservativ geführte Bundesregierung wird 1969 nach dem Intermezzo Große Koalition (1966-1969) abgelöst von einer sozialliberalen Koalition. Außenpolitisch endet das Jahrzehnt mit einer Annäherung an den Ostblock. Wirtschaftspolitisch muss man erstmals wieder sinkende Wachstumsraten verkraften. Die gesellschaftspolitische Weiterentwicklung übernehmen Studenten und Intellektuelle.

 

Krisenjahre - Wendejahre 1972-1985

Die Bundesrepublik hat harte Bewährungsproben zu bestehen: Ölkrise, beispiellos steigende Arbeitslosenzahlen, RAF und heißer Herbst, Wettrüsten und Pershing-Stationierung. In den 70er und 80er Jahren tobt der Kalte Krieg, es werden aber auch die Grundlagen für die Ost-West-Entspannung gelegt. Helmut Schmidt löst Willy Brandt als SPD-Bundeskanzler ab, 1972 wechselt die FPD das Lager: CDU-Chef Helmut Kohl führt ab 1982 eine konservativ-liberale Koalition. Im Schatten des Wettrüstens und der SPD-Führungskrise hat sich in Westdeutschland wieder eine kritische Bürgergesellschaft etabliert. 1983 ziehen die Grünen erstmals in den Bundestag ein. 1985 wird der Reformer Michail Gorbatschow Generalsekretär der KPdSU. Das Tauwetter setzt ein.

 

Die Blöcke lösen sich auf 1985-1990

Gorbatschow kündigt die Umgestaltung der UdSSR an. „Glasnost“ (Offenheit) und „Perestroika“ (Umbau) sind die Worte der Stunde. Die Reformkräfte im Ostblock – vor allem in Ungarn, Polen und der DDR – atmen auf. Eisenhart bleibt allerdings die DDR-Führung. Während die Wirtschaft in der BRD das stärkste Konjunkturwachstum seit zehn Jahren verzeichnen kann, verschlechtert sich die Wirtschaftslage in Ostdeutschland rapide. Die Massenflucht von DDR-Bürgern und das „Wir sind das Volk“, der Dortgebliebenen sorgen 1989 für den Fall der Mauer.

 

Zusammenwachsen - zusammen wachsen 1990-1997

Deutschland versucht, ein Land zu werden: Der Bundestag beschließt 1991 den Umzug von Regierung, Parlament und Länderkammer nach Berlin. Aber erst das Oderhochwasser 1997 macht vielen Deutschen klar, dass es kein „Drüben“ mehr gibt: Es ist EIN Land, das da zusammensteht. Bundespräsident Roman Herzog konstatiert noch 1997 „Erstarrung“: Seine „Ruck“-Rede erregt einiges Aufsehen. Währenddessen tut sich die Gesellschaft schwer, mit dem SED-Erbe und der PDS im Bundestag umzugehen. Fremdenfeindliche Exzesse erschüttern die Republik bis in die Grundfesten. Aber die Zivilgesellschaft reagiert eindrucksvoll: Lichterketten von Berlin bis München. Die Wirtschaft absolviert Berg- und Talfahrten, als Aktien plötzlich für breite Bevölkerungsschichten interessant werden.

 

Bewegte Zeiten 1998-2003

Zum ersten Mal in der Geschichte der BRD wird ein Bundeskanzler vom Volk abgewählt: Gerhard Schröder löst 1998 Helmut Kohl ab, ein Grüner – Joschka Fischer – wird Außenminister. Die Deutschen erleben einen Ex-Bundeskanzler, der sein Ehrenwort über das Parteiengesetz stellt. Sie verlieren die D-Mark und bekommen den Euro, Steuergesetze und Arbeitsmarkt werden via Hartz und Agenda 2010 drastisch reformiert. Erstmals seit 1945 ziehen deutsche Soldaten in einen Krieg, in den Kosovo. Schröder sagt den USA nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 „uneingeschränkte Solidarität“ im „Kampf gegen den Terror“ zu. Und die K-Frage wird frühstückend von CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Edmund Stoiber zugunsten des Bayern gelöst.

 

Zukunft gestalten 2004-2014

Die jüngste Vergangenheit ist weltweit geprägt von Terror, bewaffneten Konflikten – Syrien, Ukraine, Naher Osten – und finanzpolitischen Krisen. Das Europäische Währungssystem wird Ende der sogenannten „Nuller Jahre“ auf eine harte Probe gestellt, als ein südeuropäisches Land nach dem anderen die Schuldenkriterien nicht mehr einhalten kann und fast vor dem Staatsbankrott steht. Deutschland zeigte sich krisenfest. Agenda 2010-Folgen, der starke Mittelstand – samt dualer Ausbildung und Meisterbrief – und die starken öffentlich-rechtlichen beziehungsweise genossenschaftlich organisierten Banken werden dafür verantwortlich gemacht – und sind seither weltweit gefragte Exportartikel. Politisch erlebt die Große Koalition gerade ihre dritte Neuauflage.

 

 

Geschichte der fusionierten Raiffeisenbanken im Raum Kulmbach

Raiffeisenbank Kasendorf-Thurnau

gegründet am 14. Januar 1894 als Darlehenskassenverein Kasendorf eGmuH

Am 14. Januar 1894 fanden sich 35 verantwortungsbewusste Bürger aus Kasendorf und Umgebung mit Mut und Weitsicht zur Gründung des Darlehenskassenvereins Kasendorf zusammen. Sie wollten eine genossenschaftliche Selbsthilfeeinrichtung nach der Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen schaffen, um die denkbar schlechte Versorgung der vor allem bäuerlichen Bevölkerung vor Ort zu verbessern. Knapp 100 Jahre später geht die Bank in der Kulmbacher Bank eG Raiffeisen-Volksbank auf.

 

Raiffeisenbank Kulmbach

gegründet am 27. Dezember 1897 als Darlehenskassenverein eGmuH Mangersreuth

Die Raiffeisenbank Kulmbach hat ihren Ursprung im Spar- und Darlehenskassenverein Mangersreuth, der am 27. Dezember 1897 von 42 Bürgern gegründet wurde. Erster Vorsitzender war Johann Leppert, erster Rechner der Genossenschaft war Johann Georg Weißheit. Es ist das Verdienst des Dorfpfarrers Helmuth, der mit viel Ausdauer die genossenschaftliche Idee Friedrich-Wilhelm Raiffeisens als erster Aufsichtsratsvorsitzender bei den Bürgerinnen und Bürgern in Mangersreuth maßgeblich umgesetzt hat.

 

Raiffeisenbank Trebgast

gegründet am 20. April 1890 als Trebgaster Darlehenskassenverein eGmuH

Der erste bayerische Raiffeisenverein wurde 1877 im unterfränkischen Teilheim gegründet. Die Genossenschaftsidee nach Friedrich Wilhelm Raiffeisen fand schon sehr bald Anhänger auch im Bezirk Kulmbach. Neben Himmelkron und Untersteinach gehört Trebgast zu den ältesten Darlehenskassen in der Region. Die Darlehenskasse in Trebgast wurde auf Betreiben von Dorfpfarrer Karl Gottlieb Georg Theodor Dorfmüller, der vom 1. Juli 1884 bis 11. Juni 1891 in der Pfarrgemeinde wirkte, gegründet.

 

Raiffeisenbank Untersteinach

gegründet am 15. Dezember 1889 als Darlehenskassenverein eGmuH

Und wieder war es ein Bürgermeister, dem es gelang, namhafte Männer um sich zu scharen, um im vornehmlich bäuerlich geprägten Untersteinach den genossenschaftlichen Selbsthilfegedanken nach der Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen in die Tat umzusetzen. Überraschend viele Bürger waren bereits eng mit dem Gedankengut des Genossenschaftsgründers Raiffeisen vertraut und wollten auch in ihrem Ort nach den Grundsätzen „Einer für Alle, Alle für Einen“ die wirtschaftliche Situation des einzelnen Mitglieds stärken, um damit die damals schwierigen Lebensbedingungen der Familien auf den Bauernhöfen zu verbessern.

 

Raiffeisenbank Himmelkron-Lanzendorf

gegründet am 26. März 1889 als Darlehenskassenverein eGmuH

Es war der Verdienst des Dorfpfarrers Friedrich Langheinrich, dass in Himmelkron ein Darlehenskassenverein nach den Grundsätzen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gegründet wurde. Langheinrich lud zur ersten konstituierenden Sitzung für den 24. März 1889 einen provisorischen Vorstand von fünf Mitgliedern ein, die die Gründungsversammlung für den 26. März 1889 vorbereiteten. Neben Pfarrer Langheinrich waren es der Mühlenbesitzer Friedrich Baumgärtel, der Ökonom Johann Opitz, Adam Ötter und der Bürgermeister Christian Gewinner.

 

Die Chronik ist seit Mitte Mai 2015, gegen eine geringe Schutzgebühr, in unseren Fililalen erhältlich.